Baum der Wünsche

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Ort: auf Anfrage

(Sondertermine können mit Gabriele Langmeyer vereinbart werden - 0664 / 9892836)  


apfelbaum.jpg Welche sind bleibende Wünsche?

Diejenigen, die uns schon immer bewegen, unsere Schritte durch das Labyrinth der Existenz zu lenken? Welche Wünsche sind essentiell?
Diese Frage zu beantworten, ist grundlegend. Wir stellen fest, dass Wünsche sich mit Lebenssituationen ändern; das sind jedoch vorübergehende Wünsche, die an bestimmte Objekte gebunden sind.
Tiefgehende Wünsche hängen von keinem Objekt ab, sie ziehen sich wie ein roter Faden durchs Leben. Es braucht Mut, Wünsche zu verwirklichen.
Mut kommt aus dem alten Wortstamm „muten“, der soviel wie fühlen bedeutet.


Der Wunsch wurzelt im Leben. Zu wissen, was wir vom Leben wollen, ist Teil des Prozesses des Ausdrucks unserer Identität.
Wenn wir uns etwas mit Leidenschaft und Intensität wünschen, werden wir zu unserem eigenen Wunsch.
Wenn wir lieben, sind wir selbst Liebe.
Die Frage nach dem tiefen und bleibenden Wunsch verlangt eine tiefgehende Reflexion, die aus dem Erleben kommt. Dies kann im Tanz geschehen.

«Der Organismus wählt nicht: er wird von seinen Vorlieben geführt.»

Rolando Toro


Unsere Wünsche wollen gefühlt, ausgesprochen, ausgedrückt werden, mit jeder Faser unseres Seins. Nur so erfüllt sich der Zauber, der unsere Wünsche in Erfüllung gehen lässt.
 
An diesem Wochenende wollen wir unsere bleibenden Wünsche herausfinden, die die Quelle unseres Lebens und den Ausdruck unserer Identität repräsentieren. Welche Wünsche haben Kraft und eine enge Verbindung mit unserem Schicksal?
In persönlichen Ritualen und Tänzen werden wir uns den Raum nehmen, unseren Wünschen Liebe und  Kraft zu verleihen.
                                                               
«Der Wunsch bewegt das Individuum.»

Jacques Lacan


«Der Mensch ist eine Schöpfung des Wunsches, nicht eine Schöpfung des Bedürfnisses»

Gastón Bachelard

«Heute ist dein Tag, und weil dieser Tag gekommen ist, kannst du um Alles bitten, was du dir wünschst. Alle deine Wünsche werden erfüllt werden»

Merlín der Zauberer

Die Realität des Wunsches verändern den Lauf unseres Lebens.
Wir wissen, dass wir von bewussten und unbewussten Wünschen bewegt werden. Das Gewebe unserer Wünsche erzeugt Neigungen. Wünsche sind komplexe Gebilde, sie enthalten eine ästhetische Gestalt, Symbolik, instinktive Impulse und Anteile des Unbewussten. Vielfach geraten unsere Wünsche in einen inneren Konflikt, der Leid erzeugt.
Klarheit über unsere Wünsche vermeidet Leid und Zeitverschwendung in unserem Lebensprojekt.
Der Baum ist dafür ein schönes Symbol.
Er hat Wurzeln, einen Stamm, Äste, Blätter, Blüten und Früchte.
 

 
  BAUM DER WÜNSCHE


„Heute ist dein Tag und da dieser Tag gekommen ist, kannst du alles, was du willst verlangen. Alle deine Wünsche werden erhört  (erfüllt) werden“ (der Zauberer Merlin)

1.    Wunsch und Identität

Zu wissen, was wir vom Leben und im Leben wollen, gehört zum Prozess des Ausdrucks unserer Identität. Wenn wir uns etwas unbedingt und intensiv wünschen, werden wir irgendwann zu unserem eigenen Wunsch werden. Wenn wir lieben, sind wir die Liebe. Die Folgen von Wünschen  sind ontologischer (seiensmäßiger) Natur.
Welche sind unsere beständigen Wünsche, diejenigen, die uns schon immer in Bewegung gebracht haben und unsere Schritte durch das Labyrinth der Existenz geführt haben? Es ist von fundamentaler Wichtigkeit, eine Antwort auf diese Frage zu finden.

Wir wissen, dass Lebewesen von bewussten und unbewussten Wünschen bewegt werden.
Dennoch ist es keine leichte Aufgabe, dahinter zu kommen, welche unsere tiefsten inneren Wünsche sind. Manchmal glauben wir, die Wünsche erkannt zu haben, die unsere Existenz bestimmt und geleitet haben. Aber dann, wenn bestimmte Lebensumstände (Elemente unseres existentiellen Kontextes) sich geändert haben, bemerken wir, dass unser Wünsche sich ebenfalls ändern.

In gewisser Weise verlangt jede Antwort bei der Suche nach unseren innersten und wiederkehrenden Wünschen eine tiefgehende Reflexion, die aus dem Erleben (Vivencia) hervortritt.

Unsere Wünsche haben die Macht unser Verhalten beharrlich und organisch zu organisieren und bilden somit den  notwendigen Nährboden (Gebärmutter) für den Ausdruck unserer Identität.
Wünschen wohnt also ein eigentlicher Wert inne und sie stehen in enger Verbindung mit unserem Schicksal. Es sind wir, die unser Schicksal bestimmen.

Der Wunsch steht immer im Zentrum unseres Lebens.

Es gibt viele, die nicht wagen, ihre Wünsche zu manifestieren. Sie schämen sich dafür. Der Ausdruck von Wünschen ist eine Art der Befreiung. Der Wunsch kann aufgrund von Schuldgefühlen, Vorurteilen, aus Angst vor den Konsequenzen unterdrückt werden oder durch äußere Hindernisse. Biodanzapraxis ermöglicht es zu lernen, sich selbst Ausdruck und Verwirklichung von Wünschen zu gestatten.

2: Die Dynamik von Wünschen

Die individuelle Struktur von Wünschen kommt aus dem Unbewussten und bringt „Tendenzlinien“ hervor, die bei Erreichen des Bewusstseins akzeptiert oder unterdrückt werden. „Sollen“ bedeutet Pflichterfüllung, „wollen“ übernimmt Verantwortung.

Die Struktur aller Wünsche, die mit einander in Verbindung, stehen, verändert sich mit der Zeit und kann der Existenz auf sehr unterschiedliche Weise Form geben: diese  (Existenz) kann authentisch oder frustriert sein.

Wünsche reduzieren sich nicht auf instinktive Impulse. Sie sind durch eine ästhetische und ethische Verarbeitung gekennzeichnet, durch symbolische Elemente und durch die Beteiligung des Bewusstseins.

Die meisten Religionen, politischen Ideologien, Traditionen und moralischen Vorurteile kennen die Unterdrückung von Wünschen mit ihren katastrophalen Folgen, wie Perversion und Gewalt (s. Lit. Marcuse und Reich).

Wenn unterschiedliche Wünsche einer Person mit einander in Konflikt geraten oder, wenn sie weder ausgedrückt, noch realisiert werden können, entspringt daraus Leid.
Die Scham unseren eigenen Wünschen gegenüber kann manchmal  ein unüberwindliches Hindernis für unser Sein darstellen und somit den vollständigen Ausdruck unsere Identität verhindern.

Der Archetypus des Minotaurus repräsentiert die Gesamtheit all unserer ursprünglichen Regungen. In Wahrheit ist die Angst des Minotaurus nichts Anderes als die Angst vor unseren tiefsten, innersten  Wünschen und vor der Verwirklichung unseres Selbst.
Die Angst, unsere Wünsche zu realisieren ist der wichtigste Grund für Dissoziationen. Die Verzerrung von Wünschen bringt reaktive zwanghafte Reaktionen mit sich, sowie hohe Krankheitsziffern (Morbidität) und Rigidität in der Bewegung.

Die Lebensmotivationen entspringen der Gesamtheit unserer tiefen und dauerhaften Wünsche. Diese Gesamtheit bringt ihrerseits ein „Tendenzsystem“ hervor, das den Lauf unserer Existenz vorgibt (zeichnet).

Die Befriedigung eines momentanen Wunsches bringt Freude mit sich. Die Befriedigung eines inneren Wunsches führt zum Glück.

3.   Das Vergnügen als auslösender Prozess

Wir haben gesagt, dass die Gesamtheit der Wünsche eine Art „Tendenzsystem“ schafft. Wenn es uns gelingt, die Angst vor dem Ausdruck unserer Wünsche zu überwinden, fühlen wir,  was die innere Erlaubnis, man selbst zu sein, ausmacht.

Die Erlaubnis wiederum schafft ihrerseits eine  Bereitschaft (Disposition) zur Erfüllung unserer Wünsche. Und schließlich bringt die Verwirklichung von Wünschen Vergnügen, Freude und Glücklichsein mit sich.

Ein Wunsch kann von unterschiedlichen auslösenden Systemen hervorgebracht werden, die jedoch alle untereinander in Verbindung stehen.

a)    Der Wunsch kann von der Wahrnehmung eines begehrten „Objektes“ herrühren.
b)    Er kann sich als spontane endogene Erregung bemerkbar machen.
c)    Er kann von etwas Imaginärem (Traum, Erinnerung)  ausgelöst werden.

Einmal erweckt, sendet der Wunsch eine Botschaft an das vitale Unbewusste, an das persönliche Unbewusste und an das Bewusstsein.


4.Entwicklung von Wünschen

Wünsche sind veränderlich. Bestimmte Wünsche tauchen rasch auf und wenn sie nicht realisiert werden können, entstehen daraus keine größeren Frustrationen oder Leid.

Andere wieder bilden richtige Achsen, die unsere Existenz strukturieren.

Man kann eine existenzielle Diagnostik machen, indem man die signifikantesten inneren Wünsche genauer untersucht. Sie bilden eigentlich eine zusammenhängende Reihe (Kette) von Wünschen, innerhalb derer bestimmte Wünsche verschwinden, um anderen Platz zu machen. Es handelt sich also um einen kontinuierlichen Fluss aus Wünschen, die sich mit den Lebenserfahrungen weiterentwickeln (Äste, Blüten und Wurzeln des Baumes).

Wünsche sind eine Art flexible Programmierung, wo sowohl Notwendigkeiten wie Gelegenheiten ins Spiel kommen.

Organische Wünsche sind eine Art Weißheit, eine essentielle Art der Selbstkenntnis. Insofern haben Wünschen eine epistemologische (wissenschaftskritische) Dimension. Beständige Wünsche entwickeln sich in Richtung einer  Berufung, das heißt Schritt für Schritt in Richtung einer Perfektionierung professioneller Tätigkeiten.

5. Historisches Schema der Tendenzen

Es ist möglich, die  schrittweise Entwicklung von Tendenzen, ausgelöst von (von uns so genannten) beständigen und wiederkehrenden Wünschen, zu rekonstruieren.

Wenn wir so vorgehen, dass wir vorherrschende Wünsche detailliert auflisten , die sich in verschiedenen Lebensperioden unserer Existenz  (zwischen 10 und 20, 21 und 30, usw. in 10-Jahresschritten) bemerkbar gemacht haben, können wir daraus ableiten, welche Linien des Erlebens (der Vivencia) am stabilsten sind und einen ungefähren Verlauf des Lebensplanes zeichnen.

6. Biologische Aspekte der Wünsche

Wünsche haben eine stark instinktive Komponente, die sie mit den grundlegenden Bedürfnissen des Überlebens verbindet und deren biologischen Charakter sie formen. Dennoch steht ihr Organisationsprozess in Zusammenhang mit dem  Lernen, sowie Reizen aus der Umwelt und der Kultur.
Das Erwecken wesentlicher Wünsche durch Biodanza und die Befreiung von diversen Unterdrückungsmechanismen aktiviert Funktionen der Nerven, der Drüsen und der Immunität. So kann das Auftauchen eines einzigen Wunsches den Organismus als Ganzes beeinflussen und verändern.

Der Wunsch an sich hat organisierende Kraft. Innerhalb des Chaos des Undifferenzierten wohnt ihm ein „anziehendes“ (attraktives) Prinzip inne (Affinität). Wünsche sind Inhalt, Form und Qualität unserer Energie.

Für Deepak Chorpa ist „das Universum unser verlängerter Körper“. Unsere Wünsche finden Widerhall im Universum. Für diesen Autor sind unsere Wünsche Teil eines flexiblen Netzes von unendlichen Verbindungen. Wir sind Co-autoren des Universums.

Wir können auf den energetischen Inhalt unseres Körpers Einfluss nehmen und in der Welt, die uns umgibt, von der wir ein Teil sind, zahlreiche Phänomene auslösen. Ein Wunsch löst Ereignisketten im Raum- Zeitgefüge aus. In der Natur steht alles mit einander in Verbindung. Unsere Wünsche schaffen symphonische Verbindungen.

Ich denke, dass Wünsche eine musikalische Qualität haben und zwar in dem Sinne, dass sie Phänomene der  Resonanz in Raum und Zeit hervorbringen.
Wünsche gleichen einer Saat, die Bündel von genetischen Möglichkeiten in die Welt bringt: ohne Wünsche blieben unsere Lebensmöglichkeiten im Ruhezustand.   

Wünsche bilden den Übergang zwischen dem Existierenden und dem nicht Existierenden (Engel, Vorahnung). Ihre Verwirklichung bringt uns unserer eigenen Göttlichkeit näher. Paradoxerweise unterdrücken die meisten Religionen den Ausdruck von Wünschen und negieren damit den Zugang zum Wunderbaren, zur eigentlichen Essenz unseres Lebens.

Der Wunsch ist mystischer Natur.

7. Der Wunsch und die anderen

Das Leben drückt sich in den Wünschen und durch sie aus. Wünsche können Wünsche hervorrufen (nähren), die sich an andere richten. Es reicht, wenn wir die Menschen in unserem Umfeld von unseren Wünschen in Kenntnis setzen, um bei ihnen eine Resonanz auszulösen, die  ganz unterschiedliche Grade an Intensität und Verfügbarkeit erreichen können.

Wünsche sind in der Lage, Systeme der Affinität und der Attraktivität zu erzeugen.
Die Affinität selbst kann eine derartige Intensität erreichen, dass all unseren Kontrollversuchen vollkommen vergeblich sind: in solchen Fällen wird sie zwanghaft und verwandelt uns in Opfer einer Kraft, die uns besitzt und mit der wir nur geheime und mysteriöse  Pakte schließen können. Ob ausgedrückt oder unterdrückt, die Faszination leitet unser Schicksal.

Menschen, die ihr Leben nur nach äußeren Kriterien (Geld, soziale Stellung, beruflicher Erfolg, Selbstbehauptung, etc.) ausrichten, sind nicht durch diese Kraft der Faszination geleitet. Wünsche sind poetisch und sie zeigen sich nur in der Tiefe unseres Wesens.

Die Faszination breitet jeden Morgen ihr unsichtbares Gewebe  über der Welt aus. Diejenigen, die ihr Leben nach äußeren Maßstäben richten, werden ihre Zeit damit verbringen, Ruhm anzuhäufen, um in die Ehrentafeln aufgenommen zu werden, aber sie werden sich schließlich in den mysteriösen Gängen des Labyrinths verirren.


Wünsche, die in Zusammenhang mit der Liebe stehen, sowie sexuelle Wünsche haben reelle Auswirkungen, wenn sie kommuniziert werden. Es ist wichtig, dass existenzielle Beweggründe sich manifestieren können.
Unser Wunsch ist unsere Bereitschaft, die Fülle des Lebens zu empfangen. Alles bietet sich uns an. Was wir tun müssen, ist uns in die Position des Empfangens zu bringen. Dass wir einen aufnahmebereiten Zustand einnehmen (Hingabe).

Biodanza ist das System, das uns in einen offenen und aufnahmebereiten Zustand bringt. Das bedeutet, dass unsere Wünsche der Weg des Erblühens, der Bewusstseinserweiterung, oder mit  anderen Worten, der Perfektion sind.

8. Was tun, damit unsere Wünsche sich erfüllen?

Die Tatsache, unsere Wünsche stark zu erleben (zu vivencialisieren), bringt eine telepathische Kraft und ein morphologisches Resonanzfeld hervor. Unsere Wünsche projizieren sich in das nebulose Feld der Wahrscheinlichkeit und schaffen so die geeigneten  Bedingungen in Raum und Zeit für ihre Verwirklichung.

Der Wunsch birgt in sich alle Möglichkeiten (Potentialität) für seine Verwirklichung. Die Spirale der Wünsche bildet ein anziehendes Prinzip in Mitten des Chaos.

Oft, wenn wir uns wieder in die Matrix einklinken, spült uns das Leben viel alten Müll heran, er löst sich ebenso im Tanz auf, reinig unsere Struktur, in diesem Prozess nehmen wir viele Gefühle wahr, um wieder zur Intensität zu gelangen.

Damit sich unser Wünsche in Richtung ihrer Verwirklichung entwickeln, ist es notwendig, dass wir die Energie des Wunsches  auf unser Erleben (in unseren Vivencias) konzentrieren, nicht auf unsere Anstrengungen.

Unsere Methodik besteht vor allem in der Anerkennung unserer Wünsche, weiters in einer ernsthaften Verarbeitung, gepaart mit  der Möglichkeit, sie in den Tänzen und Zeremonien von Biodanza zu erleben (vivencialisieren). Unerlässlich dabei ist ein Lebenskonzept.

BIODANZAMETHODIK  FÜR DEN BAUM DER WÜNSCHE

Wir werden in folgenden Schritten vorgehen:

1.    In der Liste der Wünsche die stärksten Wünsche kennzeichnen.
2.    Den Stern der Wünsche erstellen, indem die fünf signifikantesten dauerhaften Wünsche eingezeichnet werden. In der Mitte des Sterns wird der wichtigste Wunsch eingetragen.
3.    Zuordnung der Wünsche aus dem Stern zum Baum der Wünsche, um herauszufinden, zu welchen Bereich sie gehören:
    Identität
    Liebe und Sexualität
    Kreativität und Beruf
    Transzendenz

4.    Tanzen der entsprechenden Tänze

Eine große Anzahl der Tänze wird fortgeschrittenen Biodanzeros bereits bekannt sein. Dennoch sind sie hier in einem ganz neuen Kontext eingebunden.

Mit unseren Wünschen konfrontiert, überkommen uns oft Gefühle des Zweifels, der Angst und der Frustration. Dies passiert, wenn die Illusion zerplatzt.

Dabei braucht man nur zu wünschen, diese Wünsche zu erleben (vivencialisieren) und ruhig, heiter und ohne Angst zu warten.

Sobald der Wunsch dem Universum gegenüber ausgedrückt wurde, muss man sich um ihn kümmern, ihn pflegen, ihn überall mit sich mit nehmen, ihn jeden Tag in unseren Handlungen einfließen lassen und zulassen, dass die Dinge sich von alleine in Richtung seiner Verwirklichung regeln.

Sich unserer Wünsche bewusst zu sein, ist noch nicht alles. Man muss sie tanzen.

Ich habe eine große Anzahl an dauerhaften und wiederkehrenden Wünschen  in einem achteckigem System aufgeteilt, in dem vier Linien Gruppen von Wünschen verbinden, die untereinander in enger Verbindung stehen.



Conclusio:

Alle Teilnehmer müssen Tänze tanzen, welche  die Bereitschaft hervorbringen, Ausdruck von Fülle zu empfangen (kollektive Tänze). Der Wunsch drückt sich mit Intensität in den spezifischen Tänzen aus, die seiner Anrufung dienen. Dauerhafte und wiederkehrende Wünsche zu tanzen, ist von fundamentaler Wichtigkeit, um sich mit den Kräften zu verbinden, die unsere Existenz organisieren. Der Baum der Wünsche ist de Baum des Lebens.


DAS GLEICHGEWICHT ZWISCHEN ANGST UND WÜNSCHEN

Ängste haben eine lähmende Wirkung auf unsere Existenz, Wünsche haben beschleunigende Wirkung.

Die Untersuchung des Baumes der Wünsche zeigt bis zu welchen Punkt unsere Existenz in den Bereichen der Kreativität und der Handlungen gehemmt sein kann.

Auf der anderen Seite birgt der Baum der Wünsche Kräfte, die unsere natürlichen Handlungen vorantreiben und beschleunigen können.

Die Lebensmotivation wir bestimmt von der endogenen Stimmung und von den Wünschen, die mit den Instinkten verbunden sind. Wenn eine Person zahlreiche intensive Wünsche  hat, kann sich die Person „beschleunigen“ und in einen Angstprozess geraten.

Der Stress, der von vielen Leuten empfunden wird, kann das Ergebnis einer exzessiven Aktivität sein, die auf die Verwirklichung der Wünsche ausgerichtet ist. Manche Herz-Kreislaufprobleme können intensiven und ausschweifenden Wünschen zugeordnet werden. Das Leben wird dann zu sehr beschleunigt.

Die Technik der Verlangsamung, mit denen Biodanza arbeitet, bietet die Möglichkeit, einen harmonischen Lebensrhythmus wiederzufinden. Übrigens können Ausmaß und Intensität unserer Ängste unsere Existenz (im Sinne eines kreativen Prozesses) lähmen. Diese ist dann durch Unbeweglichkeit und Starrheit charakterisiert.

 Der Ausdruck unserer Identität  im Sinne unseres Lebensziels erfordert eine gewisse Regulierung zwischen Ängsten und Wünschen, damit die eventuell existierenden Konflikte zwischen ihnen auf ein Minimum reduziert bleiben. Das sollte das Resultat eines progressiven und organischen Prozesses sein, der einerseits Wünsche stimuliert und andererseits Ängste reduziert, so dass unsere Handlungen gleichzeitig angepasst und realistisch bleiben. (Gegensätzliche Wünsche harmonisieren)

Unser Lebensrhythmus sollte von den energetischen Bedingungen unseres Organismus bestimmt sein und nicht von einer Angst, die mit einem  Wunsch oder einem Leistungszwang verbunden ist.

Viele Wünsche werden von Ängsten hervorgebracht. Zum Beispiel wird der Wunsch nach Gesundheit von der Angst vor Krankheit ausgelöst. Der Wunsch nach Reichtum durch die Angst vor Armut. Der Wunsch, zu verführen durch die Angst, nicht attraktiv zu sein, etc.

UNVEREINBARE WÜNSCHE

Es passiert uns oft, dass wir unvereinbare, ja sogar widersprüchliche Wünsche haben. Das führt zu zahlreichen Konflikten.
Wir können z.B. den Wunsch nach Polygamie nennen und den Wunsch nach Treue in der Liebe. Ein Wunsch nach Luxus  gepaart mit einem romantische Wunsch nach einem naturnahem (einfach und primitiv) Leben. Wünsche nach Reinheit und Erleuchtung gepaart mit Wünschen der Korruption. Der Wunsch nach einem friedvollem Heim und dem, an Orgien teilzuhaben.

Wir können behaupten, dass das Paradoxe zum Menschsein gehört. Und von hier ausgehend, müssen wir akzeptieren, dass es schwierig ist, alle unsere Wünsche komplett zu realisieren.

Es scheint jedoch, dass die Unvereinbarkeit von Wünschen auf eine Dissoziation kulturellen Ursprungs hinweist. Ich glaube außerdem, dass dieses Paradoxon sich nicht nur auf kulturelle  Faktoren, sondern auch auf etwas Instinktives zurückführen lässt. Ich glaube, dass die Bipolarität der Instinkte ihrer Entsprechung (Widerhall) in den unvereinbaren Wünschen findet.

Die Unvereinbarkeit von Wünschen  führt mit der Zeit zu Dissoziationen zwischen Emotionen und Verhalten,  zu einem Verhalten, dass durch Mangel an Ehrlichkeit und Stimmigkeit gezeichnet ist (authentischer Ausdruck bezeugt inneres Gleichgewicht).

Das Bearbeiten unvereinbarer Wünsche erfordert ästhetische und affektive Lösungen.


DER SYMBOLISMUS DES STERNS UND DES BAUMES DER WÜNSCHE

Der Ausdruck Wunsch (Désir) kommt aus dem Lateinischen  (desiderio) und verweist seinerseits auf Stern- (sidéral) . In der Antike haben sich Seefahrer an den Sternen orientiert, um an den gewünschten Ort zu kommen.

Die Sterne bildeten einen Navigationsplan, dessen Gebrauch  große Kenntnisse voraussetzte.

Der Stern der Wünsche ist wie ein innerer Plan, dessen Funktion darin besteht, uns zu zeigen, in welche Richtung unsere Handlungen uns weist und  wohin wir gehen. Eine Art Talisman, auf dem die Eckdaten unseres Schicksals eingetragen sind.

Der Baum deutet den Prozess der Entwicklung hin, die Evolution, oder Entfaltung der Identität.