Minotaurus-Projekt - Biodanza-Workshop

mit Gabriele Langmeyer und Gerwig Schlager

Wo:  Perform Vienna, Mariahilferstraße 51, 3.Hof, im Raum Sol, 1060 Wien
Termin: 20. - 22. März 2015
Zeit: Fr. 19:30-22:00, Sa./So. 10:00 bis 18:00 Uhr (Ankunft bitte bis spätestens 9:30)
Seminarbeitrag: € 180.- bei Bezahlung bis 01.03.2015; danach € 210.-
Anmeldung: Gabriele 0664 989 28 36, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Anfahrtsplan
 
Leitung:
Gabriele Langmeyer, Direktorin und Ausbildnerin der Biodanza-Schule West
www.biodanza-austria.at, www.biodanza-vorarlberg.at

Gerwig Schlager, didaktischer Biodanza-Ermöglicher, Projektmanager und Coach
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Liebe Biodanzeras und Biodanzeros,                                                                                                                                                                                

Im „Projekt Minotaurus“ ermöglichen wir durch individuelle Herausforderungen (im Rahmen von speziellen Biodanza-Übungen), sich den eigenen Ängsten anzunähern und sie in Mut und Freude zu verwandeln. Sich den eigenen Ängsten zu stellen, führt zu einer erweiterten Selbstannahme und Selbstliebe. Gleichzeitig erweitern sich dadurch auch unsere Handlungsspielräume und unsere Fähigkeiten, das eigene Leben zu gestalten.
Ängste sind ein Bestandteil unseres Lebens und wirken steuernd. Das ist bis zu einem gewissen Grad gut und auch nötig – sie signalisieren Gefahr und wirken so auf unser Verhalten. Wenn diese Ängste aus alten Verletzungen oder Traumata herrühren, dann führen sie uns allerdings in ein Vermeidungsverhalten, das uns dann immer wieder die gleichen Dinge tun lässt (damit die Angst ja nicht wieder auftaucht) – Verhaltensmuster, aus denen wir glauben nicht herauskommen zu können. Wir leben dann nur einen Teil unserer Möglichkeiten und nehmen in Kauf, „mit angezogener Handbremse zu fahren“.
Die einzige Möglichkeit, sich daraus zu befreien besteht darin, sich diesen Ängsten anzunähern und sich mit ihnen auseinanderzusetzen statt sie zu vermeiden und zu verdrängen. Die Kraft, die uns dabei unterstützen kann, ist die Kraft unserer Instinkte. Auch die Instinkte sind in unserer Kultur verpönt und eingesperrt. Für Rolando Toro, den Begründer von Biodanza und auch des „Projekt Minotaurus“, wird dies im Bild des Minotaurus symbolisiert.  Er ist jenes Wesen, das halb Stier, halb Mensch im Labyrinth eingesperrt wurde, in das niemand hinein- und niemand herauskommen kann. Eine Verbindung mit unseren Instinkten, ihre Einbindung in unser Leben, ermöglicht uns den Zugang zu einem Kraftpotential, das uns unser Leben gestalten lässt, statt dass es durch unsere Ängste gestaltet wird.
Die Übungen, die wir vorschlagen, sind speziell auf jede Person abgestimmt. Am günstigsten ist es daher, wenn wir vor der Durchführung des Workshops in Einzelgesprächen mit jede/r TeilnehmerIn klären, was die je individuellen Zielsetzungen sind. Sollte dies nicht möglich sein, werden wir andere Möglichkeiten des Kontakts vorschlagen.
 
Die Teilnehmerzahl wird mindestens 8 und maximal 16 Personen sein. Bei Interesse ersuchen wir dich daher um eine frühzeitige Anmeldung. Die Mindestteilnehmerzahl muss bis zum 30.1. erreicht sein, sonst müssten wir den Workshop absagen.
 
Mit herzlichen Grüßen
Gabriele und Gerwig


Bei Absage werden € 30,- als Aufwandsentschädigung einbehalten (außer es wird ein Ersatzteilnehmer genannt).
Anmeldung bei: Gabriele Langmeyer   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
                                Gerwig Schlager   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Überweisung an: Gerwig Schlager, VB Ost, BLZ 43610, Kontonr. 35131650080


Das Minotaurus-Projekt repräsentiert einen intensiven Prozess der Verwandlung. Spezielle Übungen und Tänze mit großer Intensität ermöglichen einen tiefen Zugang zu blockierten Facetten unserer Identität.

Diese Übungen werden nur für das „Projekt Minotaurus“ verwendet. Durch diese Überwindung innerer Blockaden wird ein großes inneres Potenzial befreit. Wir machen einen weiteren Schritt in Richtung Präsenz, Lebensfülle und Selbstentfaltung. Basierend auf der griechischen Mythologie erschuf Rolando Toro einen rituellen Weg zu uns selbst: tief und kraftvoll.

Das Labyrinth ist eine archetypische Metapher für unsere Existenz, deren verschiedene Wege und Kurven die Zweifel und Mysterien auf unserem Lebensweg symbolisieren. Dies ist die Suche nach unserem wahren Wesen und unserer Bestimmung. Die innere Annahme der Übungen, der „Herausforderungen“, öffnet die Türe, die in unsere persönliche Freiheit führt. Die Möglichkeit erfolgreich eine Situation der Angst zu bestehen, gibt innere Sicherheit für neue Herausforderungen und transformiert Angst in Freude.

Der Minotaurus ist eine Kreatur der griechischen Sage mit menschlichem Körper und dem Kopf eines Stieres. Er symbolisiert in Biodanza den wilden, instinktiven Aspekt, der als Urkraft in uns lebt. Der Minotaurus in uns ist durch kulturelle Einflüsse tief verletzt. Unsere instinktiven Wurzeln und Kräfte sind durch kulturelle Ängste gefangen.

Ziel des Minotaurus-Projektes ist es, den Kontakt zu dieser Urkraft wiederherzustellen, unseren inneren Minotaurus zu befreien, anzunehmen und seine Schönheit und Kraft wertzuschätzen. Unsere Furcht vor dieser Kraft zeigt sich in verschiedenen Ängsten im Alltag: Angst, durch das Leben zu gehen, Angst, verlassen zu werden, Angst, seine Grenzen zu verlieren, Angst, betrogen zu werden, Angst vor dem Tod, etc. Durch individuelle Rituale (Herausforderungen) begegnen wir unseren Ängsten und erleben ihre Verwandlung in Mut. Die Begegnung mit den Schwächen im eigenen Leben führt zur unserer existentiellen Befreiung, Selbstannahme und Selbstliebe.

Das Minotaurus-Projekt setzt Grundkenntnisse in Biodanza voraus und ist eine Vertiefung eigenen Erlebens.Wir laden Euch ein, dieses sehr schöne Ereignis der Verwandlungen mit uns gemeinsam zu erleben!

Für alle Teilnehmer der Ausbildung ist das „Projekt Minotaurus“ als wichtiger Aspekt zur Selbsterfahrung und zur Stärkung der Identität als Biodanza-Ermöglicher empfehlenswert. In den neuen Ausbildungsrichtlinien wird das „Projekt Minotaurus“ als Modul der Ausbildung integriert.
 
 

Weitere Texte von Gabriele Langmeyer

Biodanza bewirkt eine Veränderung auf vielen Ebenen der Existenz. Dies geschieht teils unbewusst und langfristig. Für manche Lebensmuster brauchen wir einen massiveren Anstoß, um eine Veränderung herbeizuführen.
Das Minotaurus-Projekt repräsentiert einen intensiven Prozess der Verwandlung. Spezielle Übungen und Tänze mit großer Intensität ermöglichen einen tiefen Zugang zu blockierten Facetten unserer Identität.
Diese speziellen Biodanza - Übungen werden nur für das „Projekt Minotaurus“ verwendet. Durch die Überwindung innerer Blockaden wird ein großes inneres Potenzial befreit. Wir machen einen weiteren Schritt in Richtung Präsenz, Lebensfülle und Selbstentfaltung. Basierend auf dem griechischen Mythos erschuf Rolando Toro einen rituellen Weg zu uns selbst: tief und kraftvoll.
Das Labyrinth ist eine archetypische Metapher für unsere Existenz, deren verschiedene Wege und Kurven die Zweifel und Mysterien auf unserem Lebensweg symbolisieren. Dies ist die Suche nach unserem inneren Kompass. Die innere Annahme der Übungen, der „Herausforderungen“, öffnet die Türe, die in unsere persönliche Freiheit führt. Die Möglichkeit, erfolgreich eine Situation der Angst zu bestehen, gibt innere Sicherheit für neue Herausforderungen und transformiert Angst in Freude. Lässt uns dort wieder Mut schöpfen, wo wir schon oft versagt haben.
Der Minotaurus ist eine Kreatur der griechischen Sage mit menschlichem Körper und dem Kopf eines Stieres. Er symbolisiert in Biodanza den wilden, instinktiven Aspekt, der als Urkraft in uns lebt. Der Minotaurus in uns ist durch kulturelle Einflüsse tief verletzt. Unsere instinktiven Wurzeln und Kräfte sind durch kulturelle Ängste gefangen.
Ziel des Minotaurus-Projektes ist es, den Kontakt zu dieser Urkraft und Gefühlsstärke wiederherzustellen, unseren inneren Minotaurus zu befreien, anzunehmen und seine Schönheit und Kraft wertzuschätzen. Unsere Furcht vor dieser Kraft zeigt sich in verschiedenen Ängsten im Alltag: Angst, durch das Leben zu gehen, Angst, verlassen zu werden, Angst, seine Grenzen zu verlieren, Angst, betrogen zu werden, Angst vor dem Tod, etc. Durch individuelle Rituale (Herausforderungen) begegnen wir unseren Ängsten und erleben ihre Verwandlung. Die Begegnung mit den Schwächen im eigenen Leben führt zur unserer existentiellen Befreiung, Selbstannahme und Selbstliebe.

Der Mythos:
Der Minotauros (griechisch Μινόταυρος, lat. Minotaurus) ist eine Gestalt der griechischen Mythologie.
Minos, ein Sohn des Zeus, der auf dem vom Meer umgebenen Kreta wohnte, bat seinen Onkel, den Meeresgott Poseidon, ihm zur Festigung seiner Königswürde und zur Abschreckung eventueller Thronanwärter ein Wunder zu gewähren. Er solle einen weißen Stier aus dem Meer emporsteigen lassen, später wolle er ihn dem Gotte auch opfern. Poseidon ließ daraufhin einen Stier aus dem Wasser steigen. Kretas König fand den Stier jedoch derart schön, dass er ihn in seine Herde aufnahm und stattdessen ein minderwertigeres Tier opferte.
Poseidon erzürnte und verfluchte Minos Frau Pasiphaë, die sich daraufhin in den Stier verliebte. Sie ließ sich von Daidalos ein hölzernes Kuhgestell bauen und eine Kuhhaut darüberspannen, um dann in dieses Gestell zu kriechen und sich in diesem mit dem weißen Stier zu vereinigen. Aus dieser Vereinigung ging der Minotauros hervor, eine Gestalt mit menschlichem Körper und dem Kopf eines Stieres.
Minos ließ für das Tierwesen, das er eigentlich töten wollte (zeugte dieses doch auch vom Fehltritt seiner Gemahlin), auf Bitten seiner Tochter Ariadne, die ihn am Leben lassen wollte, durch Daidalos ein Gefängnis, das Labyrinth in Knossós, erbauen.
Herakles befreite als siebte seiner zwölf Aufgaben den kretischen Stier und brachte ihn auf die Peloponnes. Dort richtete dieser Verwüstungen und Unheil an. Androgeos, ein Sohn des Minos, hielt sich gerade in der Gegend auf, wurde aber bei der Jagd auf den Stier hinterrücks ermordet. Deswegen führte Minos nun Krieg gegen Athen. Da Athen nicht zu bezwingen war, erbat Minos Hilfe von seinem Vater (Zeus), die dieser gewährte. Er schickte die Pest, und Athen ergab sich. Doch um Minos zu besänftigen, so berichtet die attische Volkssage, musste Athen nun jeweils alle neun Jahre sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen als Tributzahlung nach Kreta schicken, die von Minos zu Minotaurus ins Labyrinth geschickt und so diesem geopfert wurden. (Rolando Toro meinte immer, da Kühe Gras fressen, hat er sie sicher nicht verspeist, wie oft vermutet.)
Schließlich löste Theseus, der spätere König von Athen, das Problem, indem er sich selbst mit der dritten Tributfahrt auf den Weg nach Kreta machte. Minos gestattete Theseus den Zugang zum Labyrinth, in der Hoffnung, dass Theseus vom Minotauros gefressen würde. Theseus konnte jedoch den Minotauros besiegen und das Labyrinth wieder verlassen. Er tötet Minotaurus mit dem Schwert und kehrt zurück. Begeht aber dadurch „Hybris“, setzt die falschen Segel und sein Vater stürzt sich von den Klippen. Er erleidet noch mehr Leid aus Verwirrung.
Die kretische Prinzessin Ariadne, die zwar bereits mit Dionysos verlobt war, sich jedoch in den kühnen Recken verliebt hatte, hatte ihm geholfen, indem sie ihm den bekannten Ariadnefaden und sonderbare Pillen aus Pech und Haaren, die in den Rachen des Minotaurus zu werfen waren, gegeben hatte. Der Rat, auf der Suche nach dem Ungeheuer den Faden abzuspulen, kam von Daidalos. Theseus erschien mit dem Haupt in der Hand am Eingang des Labyrinths und entfloh mit Ariadne in der allgemeinen Aufregung, nicht ohne zuvor alle minoischen Schiffe unbrauchbar gemacht zu haben, nach Naxos. Daidalos wurde daraufhin zur Strafe in das leerstehende Labyrinth eingesperrt und entkam später mit seinem Sohn Ikarus.
Theseus muss Ariadne auf Befehl Dionysos auf Naxos zurücklassen und kehrt heim nach Athen. Mit seinem Vater (Ägäeus), der jeden Tag von einer Klippe aus Ausschau hielt, ob sein Sohn zurückkäme, hatte er abgesprochen bei Erfolg weiße Segel zu hissen. Das hatte er aber in all dem Trubel und durch seine Hybris vergessen und so deutete sein Vater die schwarzen Segel als Signal für den Tod seines Sohns und stürzte sich ins Meer, das seither "das Ägäische" heißt.
Der Minotauros ist bis in die Gegenwart ein beliebtes Motiv der bildenden Kunst. Berühmt sind zum Beispiel Darstellungen von Picasso. Darstellungen eines Mischwesens mit Stierkopf und menschlichem Körper finden sich bereits auf Relikten der minoischen Kultur Kretas.
(Aus Wikipedia)

(Fazit für uns aus dem Mytos: Den Minotaurus als Symbol unserer Instinkte, Emotionen und Gefühle dürfen wir nicht töten, sondern die „Bestie“ in uns will angenommen werden.)

Der Mythos vom Minotaurus ist der Mythos des modernen Menschen. Ein Mensch, der seine Gefühle abtöten will, ein „Homo Faber“. Ein alter rationalistischer Standpunkt wollte uns erklären,  dass Gefühle irrational wären und somit Störfaktoren für das rationale Denken und handeln. Heute gesteht die Forschung den Gefühlen ihre eigene Dynamik der Rationalität zu. Wir verstehen Gefühle als ein eigenes Wahrnehmungssystem, das uns Erkenntnis ermöglicht, die wir anders gar nicht finden könnten. Diese Kraft der Erkenntnis aus Instinkt, Emotion und Gefühl spiegelt uns der Minotaurus wieder und er ist im Zentrum des Labyrinthes, also unserer Existenz (s. R. Toro, „Affektive Intelligenz“).
Das Labyrinth ist ein altes Symbol für unsere „Individuation“, wie C.G. Jung  unsere Lebensaufgabe nannte. Auf unserem Weg zu einem integrierten Menschsein brauchen wir sowohl die Urteilskraft unseres Verstandes als auch unserer Gefühle. Beide sind großteils intentional, also auf etwas gerichtet und so stellt sich für uns die Frage: „Ist es der jeweiligen Situation adäquat?“
Unser Mut (Mut kommt von „muten“ = fühlen) ist gefordert und bedeutet, sich auf etwas einlassen. Daher können wir nur anhand unserer Gefühle erkennen, was uns wirklich wichtig ist. Auf die positiven Gefühle (Freude, Würde, Ausstrahlung) einlassen ist schon schwer genug, aber was ist mit den negativen Impulsen. Angst, Scham, Schuld, Trauer, Wut, Neid und Eifersucht machen uns das Leben schwer, die Büchse der Pandora quält uns. Doch es ist ein großer Irrtum der Menschheit zu glaube nur Menschen ohne oben genannte Gefühle wären psychisch gesund und gut. Diese Sanktionen verdrängen diese Gefühle ins Unbewusste, spalten sie ab, somit haben sie mehr Macht über uns als wir ermessen können, wirken destruktiv und schwächen unser Wesen. Nur wer die ganze Fülle kennt und damit umgehen lernt ist ein wissender Mensch. Dies bedeutet jedoch keinesfalls negative Impulse zu verherrlichen oder sie bewusst zu manipulieren.

Innerhalb und außerhalb der Bestie

Innerhalb der Bestie
Habe ich alle Kraft der Bestie
Habe ich die Freiheit
Und die Traurigkeit

Außerhalb der Bestie
Bin ich verloren
Ohne Gleichgewicht,
unempfindsam, beherrscht von den Göttern.
                                 Rolando Toro


(Archetypen, C. G. Jung „Sieben Reden an die Toten“ mit seinem „Abraxas“, s. Literaturangabe unten)


Ist es wirklich unser Lebensziel uns immer nur gut zu fühlen, oder werden wir dadurch nicht all zu schnell Opfer der „Schönen neuen Welt“, sprich Wellness, spirituelle Bauernfängerei und Konsum. Das ewig salbungsvolle Lächeln und positives Denken vernebeln neuerlich den Blick auf die Realität des Lebens.
Dabei brauchen wir nur unseren inner Kompass wahrzunehmen, gute Zeiten, gute Gefühle, schwierige Zeiten, Angst, Trauer, Wut. Dies ist eben angemessen, bewegt uns, lässt uns etwas nahegehen.

Angst:
Sie ist immer auf eine Gefahr bezogen, eine Bedrohung. Angst ist immer angemessen in einer Situation einer realen Gefährdung. Ganz ohne Furcht zu sein, ist keinesfalls psychisch gesund. Nur wenn Angst vor der Angst zur Negativspirale wird, oder unbegründete Angstzustände auftreten spricht man von „Angststörungen“.

Trauer:
Sie ist die emotionale Erfahrung von Verlust. Es ist angemessen bei schweren Verlusten in tiefe Trauer zu fallen und dies zu zeigen, weil wir nur dann die Betroffenheit fühlen und unser Herz öffnen.

Scham:
Scham ist ein natürlicher Impuls, der uns zeigt, dass wir uns öffentlich blamiert haben. Die Scham ist daher eine wichtige Orientierungsfunktion im sozialen Leben. Falsche Scham entsteht aus falschen moralischen Konzepten. Schamlos durchs Leben zu gehen ist keinesfalls ein Zeichen seelischer Gesundheit, wird heute oft zwanghaft inszeniert als erfolgreiche Strategie der Selbstprostitution.

Schuldgefühle:
Sind unangenehme Gefühle, die die Konsequenzen unseres Handelns betreffen. Manchmal sind sie durchaus sehr angemessen. Nur Psychopathen kennen sie nicht. Wenn wir etwas tun, das andere verletzt, brauchen wir diese Gefühle als Regulatorium, sie zeigen uns die Grenzen, fördern die Wiedergutmachung. Wir haben einen moralischen Instinkt, der uns sagt „Das war ein Foul“. Unbegründete Schuldgefühle und religiöse Schuldkonzepte sind Mechanismen der Unterdrückung.


Aggressive Gefühle wie Ärger, Zorn, Wut, Empörung:
Mit diesen Gefühlen lehnen wir uns innerlich gegen negative Erlebnisse auf. Wer will uns das verwehren? Widerstand motiviert uns bis hin zum aktiven Kampf. Jedoch ein adäquater Ausdruck verhindert öfter Gewalt als er sie fördert, weil das Gegenüber rechtzeitig die Bereitschaft zur Verteidigung erkennt. Empörung hat eine wichtige soziale Funktion, wir wollen uns doch nicht tatenlos zur Schlachtbank führen lassen. Politisch bedeutet dies Zivilcourage, auch der Einzelne kann was sagen und tun.

Neid und Eifersucht:
Diese Gefühle sind in fast allen Kulturen schlecht bewertet. Doch wie viele Menschen werden sehr ungerecht behandelt. Heute haben wir mehr Sklaven denn je auf der Welt, Kinder und Frauen werden zu Zwangsabeitern, Prostituierten, Männer zu Schuldsklaven. Sind die wirklich alle selber schuld? Haben sie zu wenig positiv gedacht? Ist ihr Neid ein unangemessenes Gefühl angesichts Verschwendung und Prunksucht anderer. („Armut ist Strafe Gottes“ Calvinistisches Credo der neoliberalen Politwichtel)
Und Eifersucht? Vertrauensbruch reist eine ganz alte Wunde in uns auf. Alle sehnen wir uns nach Angenommensein. Es ist unsere tiefste Wunde der Verletzbarkeit, die unerträglich zu schmerzen beginnt, wenn wir wirklich betrogen werden.

Alle genannten Gefühle können manchmal bei jedem Menschen eine sehr inadäquate Reaktion hervorrufen. Wichtig ist, dass wir uns nicht dauerhaft auf eine Überreaktion festlegen. Freud hat dies in seiner Beschreibung der Neurosen sehr gut beschrieben. Sonst steigern wir uns in den „Gefühlswahn“ hinein und reagieren dann eben dauernd gekränkt, ärgerlich, zornentbrannt oder depressiv ohne irgendeinen nennenswerten Anlass.

Rolando Toro hat den Engel der Melancholie beschrieben, dass ist eine menschliche Stimmung des „Weltschmerzes“, Leiden an der menschlichen Beschränktheit und einer absurden Welt. Viele Künstler haben dieses Gefühl beschrieben. Rolando beschreibt diese Gestimmtheit im Sinne seines „Vitalen Unbewussten“ als einen wichtigen Impuls der menschlichen Kreativität.
Wer Psychopharmaka nimmt, wird diese Transformation kaum erfahren können, die uns Künstler wie Beethoven, Rilke, Schiele und viele andere vorgelebt haben. Melancholische Menschen gehen eben „tief“ und diese Tiefe gibt menschliche Größe.
Unsere Gefühle beeinflussen unsere Wahrnehmung, daher gibt es eine Realität der vielen Farben unserer Stimmungen. Eine Realität die uns als Menschen vereint ist die Endlichkeit des Lebens. Der Tod kann jederzeit kommen. Daher carpe diem, lasst uns Kinder sein, Jugendliche, Erwachsene und Alte. Was vorbei ist, ist unwiederbringlich im Turm der Zeit.
Zu den Grundrealitäten von uns Menschen gehört unser Körper, so wie er ist und unser angewiesen sein auf Beziehung. Wir brauchen die anderen Menschen, obwohl wir nie sicher sein können, ob diese anderen auch wirklich verlässlich sind.
Und wir müssen entscheiden, obwohl wir auch nie wissen, ob es richtig ist, was wir tun. Dies lässt uns in der ewigen Unsicherheit weilen. Dies lässt uns jedoch auch Gott erahnen im Klang aller Namen.
Unsere Aufgabe ist zu unterscheiden zwischen dem allgemein Menschlichen und dem eigenen, wo wir bei unserem Minotaurus ansetzten. Es wird uns bewusst, dass wir immer im Blick der anderen Menschen stehen und wir können nicht darüber bestimmen, was sie an uns wahrnehmen. Alle sind wir angreifbar. Seelische Gesundheit bedeutet die Fähigkeit und Bereitschaft unsere eigenen Gefühle zu erkennen, als das, was sie sind und sie auch anzunehmen.


Pandora

Schüchtern legt Pandora
Die Hand auf ihre Brust.
Eine subtile Bewegung
Zwischen dem Außen und dem Innen.
Die Wirklichkeit ist ein Schloss

Mit Sieben Siegeln:
Siegel des Leidens, Sigel des Pfaus,
Siegel des Klatschmohns, Siegel der Genitalien,
Siegel der Improvisation,
Siegel des Heiligen Herzens,
Siegel der Wasser …

„Verboten das Herz zu öffnen“

Pandora, süße Schwester
Deine Übertretung rettet uns.

Du hast alle Wünsche befreit
Die Blicke
Den Sex und die Tränen
Den Regenbogen
Das Delirium und die Unschuld.

Die Liebe bemächtigt sich der sterbenden.

                Rolando Toro


Die Literatur hat uns viele Reisen durch das Labyrinth des Lebens beschrieben.
•    Im Gilgameschepos (Geschichte und Gilgamesch und seinem Freund Enku).
•     Die Geschichten von Herkules oder Odysseus.
•     Im christlichen Helden Parzival (seine Mutter lässt ihn völlig im Unwissen, gibt falsche Infos, er kennt keine „Ritter“, ja sie lässt die Vögel töten, weil Parzival bei ihrem Anblick Sehnsucht fühlt).
•    Merlin, sein dunkler Bruder, dessen legendären Ruf wir immer noch vernehmen („Und weil ich dunkel bin und stets sein werde dort, wo ich mich nicht zeigen will, so sei auch das Buch dunkel und geheim“).
•    Goethes Faust
•    Der Lehrer aus „Jugend ohne Gott“ (Horvath)
•    Shakespeares Stücke
•    Die Werke von Max Frisch

Und tausende andere Geschichten beschreiben die menschlichen Gefühle oft viel besser als die Psychologie es jemals könnte. So wie dieses Gedicht von F. Hölderlin:



Lebenslauf

Größeres wolltest auch du, aber die Liebe zwingt
All uns nieder, das Leid beugt gewaltiger,
Doch es kehret umsonst nicht
Unser Bogen, woher er kommt.

Aufwärts oder hinab! Herrschet in heiliger Nacht,
wo die stumme Natur werdender Tage sinnt,
herrscht im schiefsten Orkus
nicht ein Gerades, ein Recht noch auch?

Dies erfuhr ich. Denn nie, sterblichen Meistern gleich,
habt ihr Himmlischen, ihr Alleserhaltenden,
dass ich wüsste, mit Vorsicht
mich des ebenen Pfads geführt.

Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
dass er, kräftig genährt, danken für alles lern,
und verstehe die Freiheit,
aufzubrechen, wohin er will.
                 Friedrich Hölderlin


Literatur:

Rolando Toro: „Affektive Intelligenz“ „Projekt Minotaurus“, eine Aufwertung der Gefühle, Gedichte „Auf den Spuren von Aphrodite“, Hrsg.: Gabriele Langmeyer.

Artikel: „Was hält die Seele wirklich gesund“ Alice Holzhey, Psychologie heute, 5/08

Christine Bauer-Jelink: „Die geheimen Spielregeln der Macht“

Stephan A. Hoeller: „Der gnostische Jung und die sieben Reden an die Toten“

©Text Gabriele Langmeyer, Copyright